»Der Mensch lässt sich vom Künstler nicht trennen, fast sein ganzes Leben hat er zur Kunst gemacht. Jedes Fest war ein Fest, aber zugleich Bühne und Rohstoff für neue Werke«.
(Susanne Kippenberger, über ihren Bruder Martin Kippenberger)

Heute war ich in der Ausstellung »Martin Kippenberger: Bitteschön Dankeschön. Eine Retrospektive« in der Bundeskunsthalle Bonn. Ich habe Martin während meines Studiums an der Kunsthochschule in Düsseldorf 1984 im Rahmen der Ausstellung »Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf« kennengelernt. Er hatte viel Humor und traf nicht nur in seiner Kunst dahin, wo es wehtat, so dass manche Menschen Angst vor ihm hatten, weil er in der persönlichen Begegnung sehr provokant sein konnte. Mich hat er damals, ich war noch eine junger Kunststudent, immer sehr zuvorkommend behandelt. Das die Auftritte von Kippenberger auch zu seinem Gesamtkunstwerk gehörten und er auf seine schräge, kluge Weise unserer Gesellschaft den ganz großen Spiegel vorhielt, das haben Museen also inzwischen erkannt. Die Art und Weise wie er mit Farben spielte ist witzig und zeugt von einer großen Lebendigkeit und einer großen Verbindung zwischen Kunst und Leben. Und nicht zu vergessen: Martin Kippenberger ist der ungeschlagene Meister des kalauernden Wortspiels, oft direkt in seine Bilder eingefügt: »Vom Jugendstil zum Freistil« heißt es z.B. auf der Katalogtitelseite einer Gruppenausstellung mit befreundeten Künstlern in der Galerie petersen vom 6. Dezember 1981 bis zum 20. Januar 1982, wo Martin Kippenberger Bilder unter dem Pseudonym »Hans Siebert« zeigte. Die Ausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn ist eine sehenswerte Retrospektive (360 Werke!), über einen vielfältigen, deutschen Künstler, die noch bis zum 16. Februar 2020 zu erleben ist.

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